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Aktuelle News der bautec

 Smart City Forum | Digital – Kollaborativ – Nachhaltig
Smart City Forum | Digital – Kollaborativ – Nachhaltig

Künstliche Intelligenz verdichtet

Berlin, 20. Februar 2020

Im Rahmen des Smart City Forums mit dem thematischen Fokus „Digital – Kollaborativ – Nachhaltig“, das am Dienstag (18.2.) im BauPraxis Zentrum in Halle 3.2 der bautec stattfand, stellte u.a. Architekt Tobias Nolte vom Berliner Büro für Designwissenschaften Certain Measures das maschinelle Sehen und Gestalten vor. „Es geht uns nicht ums Recyceln“, sagte Tobias Nolte, „sondern um Redistribution. Also darum, Dinge auf neue, womöglich bessere Art und Weise anzuordnen.“ Eine von ihm mitentwickelte künstliche Intelligenz (KI) ist in der Lage, aus Einzelteilen etwas ganz Neues zu entwerfen.

In einer ersten Version haben der Architekt und sein Team die Arbeitsprozesse ihres Algorithmuses erlebbar gemacht. Traditionell wird zunächst ein Konzept entworfen und anschließend produziert. Noltes Algorithmus kehrt den Prozess um und denkt von der Ressource her. Das „maschinelle Auge“ seiner KI erfasst das vorhandene Material und plant die Wiederverwendung. So entstehen aus Bauschutt mithilfe von Big Data völlig neue Objekte. Ein beeindruckendes Praxisbeispiel bietet das Datscha-Projekt von Certain Measures mit dem Titel „Cloudfill“: Eine Berliner Datsche wurde komplett zerlegt und die KI hat jedes einzelne Bauteil, jedes einzelne Bestandteil  digital erfasst – von der einzelnen Schraube, über den Toaster und Vogelkäfig bis hin zur Blümchentapete. In einem nächsten Schritt puzzelt die KI dann die einzelnen Teile neu zusammen – entstanden ist in diesem Fall eine neue, futuristische Datsche, die nun im Museum ausgestellt ist.

Die Technologie kann aber auch für ganz praktische Anwendungen genutzt werden, wie zum Beispiel die Nachverdichtung von urbanen Räumen. So hat Certain Measures alle Lagepläne von Los Angeles digitalisiert und die KI hat diese Datenbasis nach potenziellen Baufenstern für sogenannte Tiny Houses – Kleinsthäuser – durchsucht. Angesichts des Neubaudrucks in Großstädten und Ballungsgebieten könnte das Verfahren einen wertvollen Beitrag zur umweltverträglichen Nachverdichtung leisten.