Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

Aktuelle News der bautec

BAKA Forum, TAG DER IMMOBILIE: 'Was plant die Regierung - BauGB und GEG?', Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Moderation: Michael Fabricius
BAKA Forum, TAG DER IMMOBILIE: "Was plant die Regierung - BauGB und GEG?", Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin, Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Moderation: Michael Fabricius

„Wir legen die Latte bei den Zielen zu hoch“

Berlin, 21. Februar 2020

Der Mittwoch ist auf der bautec traditionell der Tag der Immobilie. Eingeladen waren Vertreter aus der Politik, den Verbänden und der Industrie, um die brennendsten Fragen zu diskutieren. In ihrer Eingangsrede informierte Staatssekretärin Anne Katrin Bohle, im Bundesbauministerium für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung zuständig, über den aktuellen Stand des geplanten Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Sie sei sehr sicher, dass das Gesetz, das zurzeit in den Ausschüssen diskutiert werde, bis zur Sommerpause verabschiedet wird. Das Ziel sei es, das Verfahren in der Praxis zu vereinfachen. Dafür würden drei Gesetze in einem zusammengefasst. Man habe bewusst auf eine Verschärfung energetischer Anforderungen verzichtet, um die Gesamtkosten für das Bauen nicht noch weiter zu erhöhen.

Dr. Kai Priesack vom Bundeswirtschaftsministerium betonte die Wichtigkeit der Energiewende im Gebäudesektor. Schließlich entfielen zwei Drittel aller Energieverbräuche auf den Wohnbereich. Um die Bilanz zu verbessern, baue sein Ministerium auf drei Säulen: die Bepreisung von CO2, die Neuordnung der Gebäudegesetzgebung durch das GEG und einen Ausbau der Förderung. Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), nannte die steuerliche Förderung eine Maßnahme, die schon allein deshalb fruchten werde, „weil jeder der 50.000 Steuerberater in Deutschland seinem Mandanten diese Möglichkeit aufzeigen wird“. Ihr Verband habe vom GEG mehr erwartet, denn die Energieeffizienz sei in weiten Teilen nicht die Antwort. Noch seien die Förderungen auf Effizienz ausgelegt statt auf eine CO2-Einsparung. Ihr Kollege Christian Bruch, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), zeigte, wie hoch die Anstrengungen der Wohnungswirtschaft bereits seien. Seit 2008 habe die Branche rund 280 Milliarden Euro installiert und damit 50 Terrawattstunden pro Jahr eingespart. „Was aber den privaten Vermietern fehle, um Maßnahmen zu finanzieren, sei Eigenkapital. Immerhin sind fast 60 Prozent aller vermieteten Wohnungen sind im Eigentum von Privatleuten. Von geringen Zinsen und Förderungen profitiere nur, wer von geringen Zinssätzen und Förderungen auch profitieren könne. Bruch hat vor allem ein Problem ausgemacht: „Wir legen die Latte bei den Zielen so hoch, dass die Leute abgeschreckt werden, überhaupt etwas zu tun.“