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Presse-Information

21. Februar 2020

bautec News – 21. Februar 2020

Vom 19. bis 21. Februar informieren wir Sie täglich über Innovationen, Highlights und Branchennews der bautec 2020.

 

Aktuelles Pressematerial zur bautec 2020 wie den Neuheiten-Report, Pressemitteilungen, aktuelle Pressefotos und Videos stehen Ihnen online unter www.bautec.com/Presse kostenfrei zur redaktionellen Verwendung sowie für Recherche zur Verfügung.

bautec Kongress: Die Zukunft des Wohnens

Wie sehen die Städte der Zukunft aus? Mit einer Keynote zu diesem Thema eröffnete die Trendforscherin und Beraterin Oona Horx-Strathern den bautec Kongress „Urbanes Wohnen | Positionen und Perspektiven“, der sich an Planer und Architekten richtete. Horx-Strathern beobachtet gegenläufig zu einer alternden „Silver Society“, eine biografische Verjüngung und damit Vervielfältigung von Lebens- und damit Wohnphasen. Da die wachsende Zahl an Ein-Personen-Haushalten in Städten die Gefahr der Isolation mit sich bringe, sei es bei der Planung wichtig, Gemeinschafts- und Begegnungsflächen zu berücksichtigen. Funktionen wie Gästezimmer werden in Co-Living-Projekten ausgelagert und gemeinschaftlich genutzt. Dadurch werden  Wohnungen kleiner und verlieren insgesamt ihre Bedeutung als Statussymbol, stellt Horx-Strathern fest. Um bezahlbar, klimafreundlich und schnell zu bauen, werde sich die Modulbauweise mit vorgefertigten Elementen durchsetzen. Das Recycling von Baustoffen in Zeiten begrenzter Ressourcen werde ebenfalls immer wichtiger im Sinne einer konsumorientierten „Neo-Ökologie“, die statt auf Verzicht auf eine Kreislauf- und Konsumwirtschaft setze.

up#Berlin: Innovationen – das Bauen von morgen

Bei einer Podiumsdiskussion im Forum up#Berlin in Halle 4.2 tauschten sich am Donnerstag Planer und Architekten über neue Lösungen für urbane Wohnbauten aus. Um in Zeiten steigender Bau- und Grundstückskosten trotzdem qualitativ hochwertig bauen zu können, zeigte Christian Roth von Zander Roth Architekten aus Berlin Projekte, die den Raum besonders effektiv ausnutzen. Durch kombinierte Nutzungen wie Wohnungen über Supermärkten, wie sie auch Lidl vorantreibt oder Wohnbauten an Schulen, könnte urbaner Raum effizient genutzt werden. Jan Schellhoff von UN Studio stellte gemischte Nutzungen vor wie das Hochhaus Green Spine in Melbourne, das die Qualität des Umlands in die Stadt bringen will und damit der Zersiedelung entgegenwirken möchte. Das norwegische Unternehmen MIRIS stellte am Beispiel des gemeinsam mit Snøhetta geplanten Svart Resort seine Vision des weltweit ersten Hotels mit einer positiven Energiebilanz vor. Es zeigt aber auch Lösungen für Energieeinsparungen bei existierenden Gebäuden und Rechenzentren auf und möchte das Bauen von morgen auf diese Weise klimafreundlicher gestalten. 

Digitale Chancen für den Mittelstand

Alle reden von Digitalisierung, doch kleine und mittelständische Handwerksbetriebe arbeiten oft noch analog und haben regelrecht Berührungsängste mit IT-Lösungen. Das beobachtet Michaela Scheeg, Geschäftsführerin des Digitalwerks in Werder (Havel). Bei der Gesprächsrunde zum Thema „Digital – von der Idee zum Produkt“ im Rahmen der metall IT, die am Donnerstag im BauPraxis Zentrum Bau- und Gebäudetechnik der bautec stattfand, legte sie dar, wie ihr Unternehmen Brandenburger Handwerkern diese Zweifel nehmen möchte. Im Digitalwerk können Frisöre, Köche, Metallbauer oder Klemptner Software ausprobieren, sich zu 3D-Druck oder Künstlicher Intelligenz beraten lassen. Sebastian Bode vom Unternehmern OrgaData stellte die modulbasierte Software LogiKal vor. Sie ermöglicht, Fenster, Türen und Fassaden zu gestalten, zu kalkulieren und zu produzieren. Ein Beispiel für einen digitalisierten Metallbaubetrieb ist die Stegerer GmbH in Regenstauf. Geschäftsführer Ingo Lederer legte dar, wie sein Unternehmen unter anderem mit VR-Brillen und 3D Laser Scannern arbeite. Er ermutigte auch kleinere Betriebe, sich auf die neuen Technologien einzulassen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Ohne Windkraft und Photovoltaik keine klimaneutrale Energieversorgung

Im BauPraxis Zentrum SHK informierte Prof. Dr. Jan Mugele am bautec-Donnerstag über den Stand der Energiewende in der technischen Gebäudeausrüstung. Mugele lehrt Technische Gebäudeausrüstung an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR). Dem Berliner zufolge kann nur ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien in Gebäuden gewährleisten, dass die Klimaschutzziele überhaupt erreicht werden können. Allerdings entwickle sich der Absatz der Energiewandler für erneuerbare Energien in Gebäuden dafür zu langsam. Zwar könnten lokale Verbrauchssysteme wie Mieter- oder Schwarmstrom den Ausbau der Photovoltaik an Gebäuden deutlich beschleunigen. Allerdings müsse Windkraft und Photovoltaik überregional deutlich ausgebaut werden, wenn man eine CO2-freie Energieversorgung gewährleisten wolle. Richtig ausgestattet könnten Gebäude für die Kopplung der Sektoren Energie, Wärme und Verkehr eine zentrale Rolle spielen.

Fachdialog Holz: Neue Chancen für Berlin

Stefan Tidow, Berliner Staatssekretär der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, eröffnete am Donnerstag (20.2.) den Fachdialog Holzbau „Urbaner Holzbau“ auf der bautec. Tidow verwies auf die Eigenschaften von Holz als ein klimafreundliches Material, das Klimagase bindet und andere Baustoffe substituieren kann. „2019 war ein gutes Jahr für den Holzbau in Berlin“, resümierte Tidow und verwies auf die Verwaltungsvorschrift Umwelt und Beschaffung. Diese empfiehlt, Holz als Baustoff bei öffentlichen Ausschreibungen stärker zu berücksichtigen, wie beispielsweise beim Bau von Schulen und Kitas in modularer Holzbauweise. Um eine „Wende auf dem Bau“ zu erreichen, wolle er sich über öffentliche Projekte hinaus dafür einsetzen, dass auch im privaten Wohnungsbau mehr Holz zum Einsatz komme. Das gelte auch für neu zu entwickelnde Quartiere, wie den Flughafen Tegel. Ein Leuchtturmprojekt des Holzbaus würde Stefan Tidow an diesem Standort begrüßen. Im Rahmen des Fachdialogs gaben Architekten zudem Einblicke in ihre Arbeit mit dem Baustoff Holz, darunter auch die Preisträger des Berliner Holzbaupreises 2019.

 

Sanitärbranche stellt designstarke Innovationen vor

Ob Duschen, WCs oder Waschbecken – in Halle 1.2 der bautec in Berlin können sich Planer, Handwerker und Architekten einen Überblick über Neuheiten aus dem Sanitärbereich verschaffen. Ausgezeichnet mit dem German Design Award 2020 stellen die Waschbecken RONDAtop und VARIUScare von Franke Aquarotter designstarke Lösungen für moderne Bäder dar. Hansgrohe zeigt sein Rainfinity Brausenprogramm. Dank der PowderRain-Strahltechnologie umhüllt es den Körper mit feinen Wassertropfen. Ausgezeichnet wurde Rainfinity mit dem Red Dot Award 2019 „Best of Best“ und dem iF Gold Award. Für seine freistehende Badewanne BettePond Silhouette erhielt Bette den „Best of Best“ Iconic Award 2020. In der gleichen Kategorie gewann auch die Waschtischschale BetteCraft.

 

Studenten zeigen hohes Niveau

Am Hochschultag gehörte das BAKA Forum Zukunft Bau.Praxis Altbau in Halle 3.2 dem Nachwuchs. Unter dem Motto „Studenten | Gestalten | Zukunft“ präsentierten die neun nominierten Teams aus ganz Deutschland der hochkarätigen Jury ihre Projekte. Prof. Dr. Uta Pottgießer, Prof. Ralf Niebergall, Prof. Dr. Dr. hc Bernd Wegener, Andreas Müsseler und Clemens Westermann haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Letztendlich konnte sich das Team der TU München mit ihrem Projekt „re.create“ den 1. Platz sichern. Knapp dahinter landete das Team der Beuth Hochschule Berlin mit ihrem Projekt „Energetische Sanierung der Jungenkunstschule Berlin Mitte (MIK)“ auf dem 2. Platz. Den 3. Platz belegte das Team der ABK Stuttgart für den Beitrag „Vergesst das Allgäu (nicht)!“.

Wenn wir nicht nachhaltig bauen, wer dann?

Im Forum up#Berlin wurde am Mittwoch (19.2.) kontrovers darüber diskutierten, was der Bausektor und die Politik beim Klimaschutz künftig leisten müssen. Dr. Matthias Jacob, Vizepräsident Bauindustrie, bemängelte das Fehlen von Werkzeugen und Mitteln, zweifelte aber nicht am Willen der Bauindustrie. Er forderte Dialog und Kollaboration über die gesamte Wertschöpfungskette. „Die Branche muss näher zusammenrücken und nicht gegeneinander arbeiten“, forderte Jacob. Jette Cathrin Hopp, Direktorin von Snøhetta, plädierte ebenso für eine bessere Abstimmung der Baubeteiligten:„Das kann kein Architekt allein leisten, dafür braucht es Kollaboration.“ Lothar Fehn-Krestas, Ministerialdirigent im Bundesbauministerium, betonte, die Bundesregierung habe in ihrem Klimapaket die Einstiegsschwelle so niedrig wie möglich gestaltet. Sinnvolle Förderung und ein moderates Ordnungsrecht sollen Anreize schaffen, im Bestand zu sanieren. Dr. Christine Lemaitre, geschäftsführender Vorstand der DGNB bemängelte die fehlende Bereitschaft, nachhaltige Gebäude zu bauen. „Wir sollten nicht ängstlich sein, sondern uns trauen, den ersten Schritt zu gehen“, so Lemaitre. Ihr Nachhaltigkeitssiegel werde leider häufig als reines Marketing-Instrument gesehen. Deshalb wünsche sie sich von der Politik mehr Unterstützung bei der Bauqualität und Transparenz.
„Wir müssen schleunigst das Henne-Ei-Problem lösen“, forderte Dr. Peter Mösle von der Drees-&-Sommer-Tochter EPEA. „Es ist eine Bankrotterklärung, dass wir es nicht schaffen, Häuser zu bauen, die am Ende kein Schrott sind. Die Politik leitet fehl!“ Solange in der EnEV die Verbrennung von Müll dem Einsatz von Photovoltaik rechnerisch gleichgesetzt ist, habe man ein Problem. Dipl. Ing. Wolfgang Priedemann forderte, endlich den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen: „Die Normierungen und politischen Vorgaben sind schon fast niveaulos.“ In Berlin-Brandenburg seien im Sommer letzten Jahres 330 Menschen aufgrund der Hitze gestorben. Das bedeute 330 Klimatote. Es werde höchste Zeit, etwas zu tun, sonst müssten noch viel mehr Menschen sterben. „Wir müssen die Städte anders planen und bauen, weil wir im Sommer mediterranes Klima haben.“

Die Kritik am politischen Rahmen wollte Fehn-Krestas nicht gelten lassen: „Wollen wir wirklich ein komplettes Regelwerk schaffen, das uns sagt, was man darf und was nicht?“ Planerische Intelligenz und Verantwortung seien genauso gefordert wie das Ordnungsrecht. Schließlich müsse Wohnen auch bezahlbar bleiben, die Politik alleine könne das Problem nicht lösen. „Leider“, so Fehn-Krestas weiter, „haben wir eine Kultur des gewachsenen Misstrauens unter den Baupartnern.“ In diesem Punkt pflichtete ihm Jacob bei: „Wir brauchen Kooperation aller am Bau Beteiligten und kein Schwarzer-Peter-Spiel. Die Probleme können wir nur als Branche lösen.“ „Es gibt keine Entschuldigung, nichts zu tun“, sagte Jette Cathrin Hopp. Das Know-how sei bekannt, es müsse nur neu zusammengefügt werden. Zum Abschluss bekräftigte Lemaitre: „Das GEG ist weichgespült. Wenn wir nicht nachhaltig bauen, wer dann?“ Der Rest der Welt schaue auf Deutschland. „Wenn wir nichts tun, denken die, wir wüssten nicht, wie es geht. Das wäre ein fatales Signal.“ Immerhin herrschte unter den Kontrahenten Einigkeit darüber, dass man anfangen muss, mit einander zu reden.

 

„Wir legen die Latte bei den Zielen zu hoch“

Der Mittwoch ist auf der bautec traditionell der Tag der Immobilie. Eingeladen waren Vertreter aus der Politik, den Verbänden und der Industrie, um die brennendsten Fragen zu diskutieren. In ihrer Eingangsrede informierte Staatssekretärin Anne Katrin Bohle, im Bundesbauministerium für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung zuständig, über den aktuellen Stand des geplanten Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Sie sei sehr sicher, dass das Gesetz, das zurzeit in den Ausschüssen diskutiert werde, bis zur Sommerpause verabschiedet wird. Das Ziel sei es, das Verfahren in der Praxis zu vereinfachen. Dafür würden drei Gesetze in einem zusammengefasst. Man habe bewusst auf eine Verschärfung energetischer Anforderungen verzichtet, um die Gesamtkosten für das Bauen nicht noch weiter zu erhöhen.

Dr. Kai Priesack vom Bundeswirtschaftsministerium betonte die Wichtigkeit der Energiewende im Gebäudesektor. Schließlich entfielen zwei Drittel aller Energieverbräuche auf den Wohnbereich. Um die Bilanz zu verbessern, baue sein Ministerium auf drei Säulen: die Bepreisung von CO2, die Neuordnung der Gebäudegesetzgebung durch das GEG und einen Ausbau der Förderung. Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), nannte die steuerliche Förderung eine Maßnahme, die schon allein deshalb fruchten werde, „weil jeder der 50.000 Steuerberater in Deutschland seinem Mandanten diese Möglichkeit aufzeigen wird“. Ihr Verband habe vom GEG mehr erwartet, denn die Energieeffizienz sei in weiten Teilen nicht die Antwort. Noch seien die Förderungen auf Effizienz ausgelegt statt auf eine CO2-Einsparung. Ihr Kollege Christian Bruch, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), zeigte, wie hoch die Anstrengungen der Wohnungswirtschaft bereits seien. Seit 2008 habe die Branche rund 280 Milliarden Euro installiert und damit 50 Terrawattstunden pro Jahr eingespart. „Was aber den privaten Vermietern fehle, um Maßnahmen zu finanzieren, sei Eigenkapital. Immerhin sind fast 60 Prozent aller vermieteten Wohnungen sind im Eigentum von Privatleuten. Von geringen Zinsen und Förderungen profitiere nur, wer von geringen Zinssätzen und Förderungen auch profitieren könne. Bruch hat vor allem ein Problem ausgemacht: „Wir legen die Latte bei den Zielen so hoch, dass die Leute abgeschreckt werden, überhaupt etwas zu tun.“

 

Schlanker Aufbau, große Heizleistung

Eines der größten Probleme bei der Altbausanierung ist die Aufbauhöhe des Fußbodens. Deshalb war bisher eine Fußbodenheizung meist undenkbar. Mit dem Bodensystem Effidur WP kann sogar eine Fußbodenheizung verlegt werden. Die stabile Wabenstruktur erlaubt je nach System eine sehr flache Aufbauhöhe von 15 beziehungsweise 25 mm. Die niedrige Bauhöhe und der geringe Materialeintrag sorgen dafür, dass die optionale Fußbodenheizung in weniger als zehn Minuten ihre volle Heizleistung erreicht. Die Wabenplatten werden schwimmend verlegt.

Halle 1.2, Stand 1108, Kontakt: Gerd Klimke, T: +49 (0)160 4790577, M: gerd.klimke@effidur.de, www.effidur.de

 

Grüne Infrastruktur ist längst ein Must-have

Am zweiten Messetag der bautec richteten die „GRÜNBAU:TALKS | Grün, resilient, nachhaltig“ den Fokus auf Auswirkungen des Klimawandels in urbanen Räumen. Und die sind bereits heute stärker zu spüren, als gemeinhin vermutet wird. Moderater Philipp Sattler von der Stiftung DIE GRÜNE STADT stellte bereits zu Beginn fest: „Grüne Infrastruktur ist längst kein nice-to-have mehr, sondern ein must-have“. Die Frage sei, wie Städte in Zukunft gebaut werden müssten, um sowohl mit dem zunehmenden Starkregen als auch mit dem immer stärkeren Aufheizen im Sommer umgehen zu können.

Die Antwort von Marco Schmidt vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) lautet: Gebäudebegrünung und energieeffiziente Gebäudekühlung. Er zeigte Beispiele, wie Städte sich für den Klimawandel fit machen können. Interdisziplinäres Denken und Arbeiten ist dabei für ihn der Schlüssel. Gründächer kühlen über Verdunstungskälte die Oberflächentemperatur von Gebäuden deutlich ab. Während sich Bitumenbahnen auf Flachdächern im Sommer bis auf 60°C aufheizen, herrschen auf einem begrünten Dach nur etwa 20°C. Auf diese Weise kühlen Gründächer nicht nur außen, sondern auch die Gebäude unter ihnen. Deshalb gehe der Trend heute zu Dachbegrünung und Photovoltaiknutzung.

Insgesamt führe das falsche Verhältnis von Verdunstung und Abfluss des Regenwassers durch Flächenversiegelung zu einer Störung des sogenannten kleinen Wasserkreislaufs. In Berlin und Brandenburg verdunsten mittlerweile 80 Prozent des Regenwassers, nur 20 Prozent fließen noch über die Flüsse ab, die deshalb im Sommer immer weniger Wasser führten. Dieses weltweite Phänomen führt zu einem globalen Austrocknen der Böden. Und durch Nachverdichtung steige in den Ballungsräumen die Versiegelung noch weiter an. Abhilfe schaffe da eine Kombination aus Dachbegrünung und Zisternen, die das Regenwasser auffangen könnten. Am Beispiel des Instituts für Physik in Berlin Adlershof stellte Schmidt eine mit etwa 450 Kübelpflanzen begrünten Fassade vor. Die sei nicht nur bei den Investitionskosten besser als ein konventioneller Sonnenschutz. Auch bei den Betriebskosten habe das Grün die Nase vorn: Nach drei Jahren beliefen sich die Betriebskosten der begrünten Fassade auf 1.300 Euro im Jahr, während bei der konventionellen Variante 16.500 Euro anfielen. „Noch immer haben die meisten Architekten eine Grünphobie, aber in Zukunft wird es nicht mehr ohne gehen“, so Schmidt.

 

Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung als Lösung

In ihrem Vortrag in den GRÜNBAU TALKS am bautec-Mittwoch zeichnete die Leiterin der 2018 gegründeten Berliner Regenwasseragentur, Dr. Dorlar Nickel, ein düsteres Bild: Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge werden Starkregen um 85 Prozent und Dürreperioden um bis zu 140 Prozent zunehmen. In Berlin herrsche jedoch Wachstumsdruck, der dazu führe, dass 20.000 neue Wohneinheiten pro Jahr die Fläche in der Gesamtstadt um weitere drei Prozent versiegeln. In Berlin Mitte könne man sogar die doppelte Zahl ansetzen. Das Problem der Versiegelung sei der Mischwasserüberlauf aufgrund von Starkregen, der mittlerweile 30 bis 60 Mal pro Jahr eintrete. Es gebe inzwischen kaum noch finanzierbare Maßnahmen, mit denen man dem Problem konventionell Herr werden könne. Der einzig gangbare Weg sei eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung. Das Ziel müsse es sein, jedes Jahr 1,5 Quadratkilometer Fläche zu entsiegeln und Neubauquartiere mit dezentraler Regenwasseraufbereitung auszustatten. Instrumente dafür seien Einleitbegrenzungen für Regenwasser, Förderungen, das Anpassen der Standards bei neuen und sanierten Schulen, eine Integration der Regenwassernutzung in die Bauleitplanung und eine gründachfreundliche Bauordnung.

 

Selbst ist der Abscheider

Herkömmliche Schmutz- und Schlammabscheider müssen häufig gewartet werden. Um das Facility Management zu entlasten, hat Caleffi den vollautomatischen DIRTMAG CLEAN entwickelt. Das Gerät filtert, entleert und reinigt sich selbst. Die Steuerung übernimmt ein elektronischer Controller, der lokal oder mit MODBUS-RTU-Übertragung bedient werden kann.

Halle 1.2, Stand 1406, Kontakt: Andreas Weckener, T: +49 (0)160 7157404, M: andreas.weckener@caleffi.de, www.caleffi.de

 

Plug and play im MFH

Dem Handwerk Zeit sparen – das ist der Ansatz von Danfoss bei der vormontierten Verteilerstation Unofloor. Die Heizungsverteiler sind mit vormontierten Regelungskomponenten ausgestattet und müssen auf der Baustelle nur noch verbaut werden. Die übliche Montagezeit verkürzt sich damit um mindestens 1,5 Stunden. Die Geräte sind für vier bis acht oder zehn bis zwölf Heizkreise konzipiert und in drei Versionen erhältlich.

Halle 1.2, Stand 1102, Kontakt: Thomas Janek, T: +49 (0)171 5849916,
M:
thomas.janek@danfoss.com, www.danfoss.com

 

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Über die bautec:

Die internationale Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik wird von der Messe Berlin organisiert und findet im zweijährigen Turnus statt. Zum Alleinstellungsmerkmal der bautec gehört, dass sie das Gebäude vom Keller bis zum Dach und seine Infrastruktur ganzheitlich betrachtet. Ergänzt wird das Angebot der bautec mit der GRÜNBAU BERLIN und up#Berlin.